TRIVIA

Hier gibt es interessante Trivia zu unserem Film "Eine Frage der Perspektive".

Dadurch dass wir als Regisseure in Köln/Kalifornien leben, sahen wir uns während der Zusammenarbeit lediglich ein mal in Deutschland. Die meiste unserer bisher ein-jährigen Arbeit fand in langen, ausführlichen Skype-Gesprächen statt, was die Arbeit deutlich erschwerte – aber auch spannend machte.

Bevor wir nach Rio de Janeiro flogen hatten wir trotz zahlreichen Solidaritätsbekundungen für unser Projekt nur eine feste Interviewzusage - ganz nach brasilianischer Art. Vor Ort klappte dann alles und so kamen wir am Ende des Drehs auf ganze 9 Interviewpartner – ebenfalls ganz nach brasilianischer Art.

Das Gefängnis Cândido Mendes, das im Film gezeigt wird, liegt auf einer Insel nahe bei Rio und wurde 1994 explodiert. Die meisten Häftlinge wurden in Gefängnisse nach Rio oder Sao Paulo überführt.

Einige wenige durften jedoch auf der Insel bleiben und sitzen dort – als freier Mensch - bis heute ihre Haftstrafe ab, dürfen die Insel jedoch offiziell nicht verlassen. Sie sind auch der Grund, weshalb Touristen nicht in dem Ort der Insel übernachten dürfen.

Hinter dem Gefängnis auf der Insel befinden sich zwei große Berge. Von unserem Zeitzeugen, der einige Jahre dort im Gefängnis verbracht hatte, erfuhren wir, dass diese Berge die Gefangenen in ihrer Einsamkeit an die perfekten Brüste einer Frau denken und in Sehnsucht nach Freiheit schwelgen ließen.

In den 70er und 80er Jahren kam es im Gefängnis Cândido Mendes zu mehreren Ausbrüchen. Vielen gelang die Flucht per Kanu oder Holzfloß bis zum kilometerweit entfernten Festland, von wo aus die meisten wieder eingefangen wurden.

Die wohl spektakulärste Flucht gelang einem der Gründungsmitglieder des Comando Vermelhos „Escadinha“: Er ließ sich 1986 einfach von einem Hubschrauber aus dem Gefängnisinnenhof abholen.

Das im Film oft benutzte Motiv des Drachensteigenlassens stellt in Brasilien ein weit verbreitetes Phänomen besonders in Favelas dar.

Das Kinderspiel wurde in den 90er Jahren oft als Kommunikationsmittel verwendet, um die Drogenbande vor dem Auftauchen der Polizei zu warnen. Jahre später wurde der Drache jedoch von Walkie-Talkies abgelöst. Heutzutage stellt das Drachensteigen einen harmlosen Zeitvertreib dar, bei dem es gilt, den Drachen von Anderen abstürzen zu lassen.

In der Favela Ladeira dos Tabajaras, der Drehort unseres Filmes, sind seit 2010 insgesamt 131 UPP-Polizisten im Einsatz. Sie kommen dabei für die Sicherheit von etwa 5.000 Bewohnern auf.

Rio de Janeiro werden in den nächsten Jahren neben der Fußball-Weltmeisterschaft (2014) und den Olympischen Spielen (2016) auch der Weltjugendtag (2013) stattfinden.

Ebenfalls mit dem Slogan „Paz, Justiça e Liberdade“ schmückt sich eine Abspaltung des Comando Vermelhos, die sich „Primeiro Comando da Capital“ nennt. Im Gegensatz zu dem Comando Vermelho ist das PCC jedoch hauptsächlich in São Paulo tätig.